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FAQs

Was ist ein klimaneutrales Skigebiet?

Ein Skigebiet ist dann klimaneutral, wenn die Tätigkeiten des Skigebiets durch den Skibetrieb kein zusätzliches CO2 verursachen. Die Snow Space Salzburg Bergbahnen haben es sich zum Ziel gesetzt, bis zur Wintersaison 2025/26 klimaneutral zu sein.

Woraus besteht Kunstschnee?

Kunstschnee ist die umgangssprachliche Bezeichnung für technischen Schnee bzw. maschinell erzeugten Schnee. Dieser besteht ausschließlich aus Wasser und Luft. Nach dem Salzburger Reinheitsgebot muss das Wasser für den technischen Schnee sogar Trinkwasserqualität haben. Diese stellen die Snow Space Salzburg Bergbahnen durch Bestrahlung mit UVB-Licht selbst her.

Greift man für die Beschneiung auf das Trinkwasser von Haushalten zu?

Nein, definitiv nicht. Der überwiegende Teil des Wassers, das wir für die Beschneiung nutzen, stammt aus unseren Speicherteichen. Diese speichern jeweils das Schmelzwasser vom Vorjahr und natürliches Regenwasser. Wir stellen die Trinkwasserqualität dieses Wassers durch Bestrahlung mit UVB Licht selbst her. Somit sind wir keine Konkurrenz zu Personenhaushalten. Wie der Beschneiungsvorgang genau funktioniert, erfährst du auf der Seite Nachhaltige Beschneiung und Pistenpräparierung. Bei diesem Wasserkreislauf am Berg sind insgesamt 1,2 Mio. m³ Wasser beteiligt. Nur in seltenen Fällen wird Wasser aus der Kleinarler Ache und der Enns in den Beschneiungskreislauf eingespeist. Dazu muss man jedoch wissen, dass das Pongau eine wasserreiche Region ist. Das heißt, es ist mehr Wasser vorhanden als genutzt werden kann.

Wie stark wird der Boden durch die Skifahrer belastet?

Durch die Pistenpräparierung und die maschinelle Beschneiung sorgen wir dafür, dass die Schneedecke ausreichend dick ist, sodass die Belastung des Bodens minimiert wird. Es kann dennoch vorkommen, dass kleine Einschnitte durch Skikanten passieren. Die Pistenkartierung des Skigebietsteils Flachau hat jedoch ergeben, dass die Schäden sehr gering und unproblematisch sind. Kleinere Einschnitte können für die Biodiversität des Bodens sogar von Vorteil sein, da sich darin neue Pflanzenarten ansiedeln können. Wenn sich eine neue Pflanzenwelt einstellt, finden auch Tiere wieder einen Lebensraum für sich. Laut Prof.in Dr.in Pröbstl-Haider wurden auf naturnah bewirtschafteten Salzburger Skipisten schon Tierarten gefunden, von denen man annahm, sie wären bereits ausgestorben.

Sind die Pistengeräte eine Belastung für den Boden?

Nein, Pistengeräte stellen keine Belastung für den Boden dar. Durch die Stege unterhalb der Raupe wird das Gewicht gleichmäßig auf der Piste verteilt. Der Druck ist also ähnlich gering wie von einem Skifahrer. Im Interview mit Ulrike Pröbstl-Haider kannst du nachhören, dass Pistenraupen sogar im Management von Feucht- und Streuwiesen wiederzufinden sind, da die Druckverteilung so gut optimiert ist. Unsere im Sommer 2020 durchgeführte Pistenkartierung belegt, dass der mechanisch verursachte Schaden sehr gering und als unproblematisch einzustufen ist.

Ist die maschinelle Beschneiung schlecht für die Umwelt?

In vielen Medien ist nachzulesen, dass Skigebiete mit reinem Naturschnee umweltfreundlicher sind als Skigebiete mit maschineller Beschneiung. Diese Aussage trifft sicherlich für die Beschneiungstechnik vor 20 Jahren zu, jedoch gab und gibt es hier einen Wandel in der gesamten Branche. Die Entwicklung der gesamten Branche, demzufolge auch der Beschneiungstechnik, geht dahin, nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten. Neue Beschneiungsanlagen verwenden eine modernere Technik, die Schneekristalle erzeugt, die Naturschnee sehr nahe kommen. Zudem verbrauchen moderne Beschneiungsanlagen viel weniger Energie und Wasser als noch vor 10 Jahren. Auch im Bereich der Pistenpräparierung geht die Entwicklung dahin, den technisch erzeugten Schnee so zu bearbeiten, dass dieser dem Naturschnee ähnlich ist.

Können Skipisten im Sommer überhaupt landwirtschaftlich genutzt werden?

Definitiv ja. Studien haben festgestellt, dass Pistenflächen oft sogar eine höhere Biodiversität aufweisen als Wiesenflächen in Tallagen. Die Biodiversität einer Wiesenfläche wird durch die landwirtschaftliche Nutzung beeinflusst. Extensiv bewirtschaftete Flächen weisen eine höhere Biodiversität auf als intensiv bewirtschaftete Flächen, und Wiesen in Tallagen werden häufig intensiv bewirtschaftet. Um über die vorliegenden Studienergebnisse hinaus noch herauszufinden, wie unsere Skipisten optimal bewirtschaftet werden können, erweitern wir unsere Pistenkartierungen im Sommer 2022 auch um Tests von unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen.

Was passiert mit dem zurückgelassenen Müll im Skigebiet?

Zu Saisonende führen wir immer eine große Säuberungsaktion durch. Seilbahnangestellte begehen dabei unsere gesamten 400 Hektar Pistenfläche und Seilbahntrassen und sammeln den Müll manuell ein. Idealerweise kommt es natürlich gar nicht erst dazu, dass viel Müll liegen bleibt. Deswegen stellen wir unseren Skigästen ausreichend Müllbehälter im Bereich der Liftstationen zur Verfügung.
Während des Betriebes unterstützen wir unsere Hüttenwirte bei der Mülltrennung auf ihrer Skihütte. Bei jenen Betrieben, die keine direkte Straßenanbindung haben, transportieren wir den Müll mit unseren Pistenraupen ab.

Entstehen durch die Schneeschmelze Feuchtgebiete?

Technisch erzeugte Schneekristalle sind rund, während Naturschneekristalle sechseckig sind. Dadurch ist technischer Schnee dichter und kompakter, er schmilzt langsamer. Das heißt, es entsteht durchaus mehr Feuchte. Um diese entstandene Feuchte aufzufangen, haben wir Ausgleichsbecken installiert, die das Wasser auffangen und unterirdisch zum Speicherteich transportieren. Dort wird es gespeichert, bis es wieder für die Beschneiung verwendet wird.

Kann es zu Strommangel in Personenhaushalten kommen, weil die Bergbahnen den Strom für den Skibetrieb benötigen?

Die Salzburg AG ist so ausgelegt, dass zu jeder Zeit Strom- und Lastspitzen bewältigt werden können. Dazu werden Speicherkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke betrieben, die es ermöglichen, zusätzlichen Strom im Bedarfsfall zu erzeugen bzw. den zeitlich auftretenden Energieüberschuss zwischenzuspeichern. So ist sichergestellt, dass ein Großabnehmer – wie das Skigebiet Snow Space Salzburg – mit einem saisonal stark schwankenden Energiebedarf genauso sicher versorgt wird wie jeder private Haushalt. Mehr darüber erfährst du im Interview mit Markus Matschl , Leiter für Erneuerbare Energie der Salzburg AG.

Werden Wildtiere durch den Skibetrieb und den Lärm vertrieben?

Beim Bau einer Piste oder Anlage wird bereits darauf geachtet, so wenig wie möglich in den Lebensraum der Wildtiere einzugreifen. Hier findest mehr Infos darüber, was wir beispielsweise beim Neubau der Flying Mozart Gondelbahn beachtet haben.
Zudem passen sich Wildtiere an das Verhalten des Menschen an, wie Ulrike Pröbstl-Haider in unserem Interview feststellt. Es ist deswegen wichtig, dass sich unsere Skigäste nur innerhalb der markierten Räume bewegen. In diesem Zusammenhang wirken die Snow Space Salzburg Bergbahnen bei der Initiative „Respektiere deine Grenzen“ mit, die gemeinsam mit Tourismus-, Naturschutz-, und Sportverantwortlichen sowie der Jägerschaft dahingehend Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Bei den Wildvögeln verhält es sich so, dass neue Seilbahnanlagen mit weniger Stützen und Drähten besser sind als alte Schlepplifte mit vielen Stützen und Drähten.
Oftmals wird auch bemängelt, dass Skigebiete die Wandermöglichkeiten von Tieren einschränken würden. Forschungsarbeiten vom Zusammenschluss alpiner Schutzgebiete zeigen aber laut Ulrike Pröbstl-Haider, dass die Bergwelt über 1.500 Meter bis 1.800 Meter dahingehend nicht das Problem ist. Das Problem sind eher die Täler, wo Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete, Stromleitungen etc. die Querungsmöglichkeiten verhindern.

Zerstört der Skisport die Alpen?

Der Skisport macht laut Ulrike Pröbstl-Haider ungefähr 1,5 % der Fläche im Alpenraum aus. Es ist nicht möglich, dass 1,5 % alles ruinieren. Hier kannst du die Ausführungen von Ulrike Pröbstl-Haider nachhören.

Warum hat der Skisport so einen schlechten Ruf, was den Umweltschutz anbelangt?

In den 60er und 70er Jahren wurden im Alpenraum massiv Pisten gebaut, und das hat Schäden verursacht. Der Pistenbau damals erfolgte ganz anders als heute. Damals hat man mit Baggern alles abgetragen, durchgemischt und wieder drauf gekippt. Heute wird der Boden schichtweise abgetragen und wieder angebracht. Was wir tun, um unsere Pisten nachhaltig zu bauen, erfährst du hier.

Was kann ich als Skigast tun, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren?

Der überwiegende Anteil des CO2-Ausstoßes wird mit der An- und Abreise produziert. Der einfachste Weg, die CO2-Emissionen zu reduzieren, ist auf alternative Transportmittel zurückzugreifen (Zug, E-Auto, Skibus). Mehr über unsere Bestrebungen hinsichtlich nachhaltiger An- und Abreiseformen erfährst du hier.
Wenn du mehrere Tage im Skigebiet nächtigst, kannst du außerdem bei der Wahl der Unterkunft darauf achten, dass diese nachhaltig ausgerichtet ist. Auch beim Essen kannst du auf den CO2-Fußabdruck achten, indem du beispielsweise Speisen aus regional angebauten Produkten bevorzugst. Wenn es um den gesamten CO2-Fußabdruck geht, muss man natürlich auch die Skiausrüstung in seinen Erwägungen miteinbeziehen. Auch hier gilt es, auf die Herstellung zu achten, oder auf eine Leihausrüstung umzusteigen.

Vertiefende Informationen zum Thema Skifahren und Nachhaltigkeit

Wir haben dir nachstehend jene Quellen zusammengestellt, auf welchen die Inhalte unserer Website basieren. Alle Quellen stammen von fachlich anerkannten Experten.

Interviews:

• Professorin Ulrike Pröbstl-Haider (Vorsitzende Ökologie Beirat), 27. Mai 2021, Alpendorf. Zum Interview >>
• Martina Rohrmoser (Hüttenwirtin Haibenalm), 6. August 2021, Haibenalm. Zum Interview >>
• Markus Matschl (Salzburg AG, Head of Renewable Generation), 26. August 2021, Salzburg. Zum Interview >>

Fachliteratur:

• Pröbstl-Haider, Ulrike; Brom, Monika; Dorsch, Claudia; Jiricka-Pürrer, Alexandra (2018): Umweltmanagement in Skigebieten. Werk downloaden >>
• Pröbstl-Haider, Ulrike; Wittmann, Helmut; Neumayer, Johann; Gros, Patrick; Illich, Inge (Jänner 2020): Biodiversität-Studie über Öko-Pistenmanagement. Werk downloaden>>
• Umweltbundesamt (Oktober 2018): Vergleichende Treibhausgasbilanz verschiedener Urlaube. Werk downloaden>>
• Bedek, Wilfried (20. Mai 2021): 10 EUB Flying Mozart, Bericht zum ökologischen Maßnahmenkonzept und Erfahrungsbericht. Pressemeldung downloaden>>
Fachverband der Seilbahnen: Ökologie und Umwelt