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Nachhaltige Schnee­produktion.

Beschneiung, Pistenpräparierung und Bewirtschaftung der Skipisten

Damit du über unsere perfekt präparierten Skipisten flitzen kannst, investieren wir jede Menge Arbeit, Technik und Know How. Eng damit verbunden ist der Ruf nach Nachhaltigkeit. Dabei ist eins wichtig zu wissen: Die Modernität der Beschneiungsanlagen spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Eine moderne Beschneiungsanlage ist gleichzeitig eine effiziente, sprich ressourcenschonende und somit nachhaltige Beschneiungsanlage. Deswegen haben wir in den letzten beiden Wintersaisonen in die Modernisierung der Beschneiung investiert.

Wie ein nachhaltiger Beschneiungsvorgang aussieht, fassen wir dir hier vereinfacht zusammen.

Nachhaltige Beschneiung und Präparierung

Der maschinelle Beschneiungsvorgang und die Pistenpräparierung sind ein System aus unterschiedlichen Komponenten, die eng miteinander verbunden sind:

Das notwendige Energieaufkommen für den Betrieb der Beschneiungsanlage wird durch 100 % Ökostrom gedeckt und verursacht keinen CO2-Ausstoß. Bei den Pistengeräten, die aktuell mit Diesel angetrieben werden, ist noch Einsparungspotenzial gegeben, wie das Ergebnis der CO2-Bilanzierung zeigt.

Kurzfristige Maßnahmen

  • Technisch erzeugter Schnee, sogenannter „Kunstschnee“, besteht ausschließlich aus Wasser und Luft. Das Wasser muss nach dem Salzburger Reinheitsgebot Trinkwasserqualität haben. Diese stellen wir durch Bestrahlung mit UVB-Licht her.
  • Das Wasser dafür stammt aus den Speicherteichen, die das abfließende Schmelzwasser aus dem Vorjahr speichern. Die notwendigen Restmengen stammen aus der Enns und der Kleinarler Ache. Das Pongau ist eine wasserreiche Region, d.h. es ist mehr Wasser vorhanden als genutzt wird.
  • Das Wasser wird von den Speicherteichen in Kühltürme gepumpt. Eine Wasserpumpe bläst dort das Wasser hoch, während es auf der anderen Seite in Form kleiner Teilchen heruntertropft. Dadurch wird das Wasser gekühlt.
  • Durch unterirdische Leitungen wird das gekühlte Wasser zur Schneekanone bzw. Schneilanze transportiert.
  • Dort vermischt das Schneigerät das Wasser mit Druckluft und wirft es aus. Die Schneekristalle entstehen während des Auswerfens.

Mittelfristige Maßnahmen

  • Die Pistengeräte verteilen den technisch erzeugten Schnee und vermischen ihn mit der bereits vorhandenen Schneeschicht. Sie sind mit einer digitalen Schneehöhenmessung ausgestattet. Ein eingebautes GPS misst dabei die Position des Pistengerätes, vergleicht es mit einer hinterlegten topografischen Karte und kann so die Höhe der Schneedecke feststellen.
  • Das Pistengerät meldet die gewonnenen Daten an die Steuerungszentrale des Beschneiungsgerätes zurück, sodass dort wiederum ermittelt werden kann, wieviel Schnee noch benötigt wird. Es wird also genau errechnet, wieviel Schnee für eine ausreichend dicke Schneedecke gebraucht wird. Eine unnötige Überproduktion wird somit vermieden.
  • Der Pistengerätfahrer weiß anhand der Daten, an welcher Stelle der Piste Schnee fehlt und wo schon genug Schnee vorhanden ist. Somit wird eine effiziente Beschneiung gesichert, mit den Ressourcen Wasser und Energie wird sorgsam umgegangen.
  • Alle diese Vorgänge werden durch eine komplexe Beschneiungsanlage gesteuert.
  • Eine ausreichend dicke Schneedecke schützt den darunterliegenden Boden außerdem vor Beschädigungen durch den Skibetrieb, z.B. Skikanten.

Pistenkartierung: Untersuchung der Biodiversität und der Schäden auf den Pistenflächen

Eine Pistenkartierung ist eine wissenschaftliche Untersuchung von Pistenflächen, bei denen einerseits das Aufkommen von Pflanzen und Tieren ermittelt wird (= Biodiversität), andererseits nach Schäden gesucht wird. Die Pistenkartierung ist ein wichtiges Projekt im Zuge unseres 3-Säulen-Modells

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Ergebnisse der Pistenkartierung im Skigebietsteil Flachau

Unter der Leitung von Prof.in Pröbstl-Haider haben Mitarbeiter des Instituts für ökologische Forschung im Sommer 2021 eine Pistenfläche im Skigebietsteil Flachau kartiert. Dabei haben sie über 20 verschiedene Vegetationsgesellschaften gefunden. Ein Rasen im Vorgarten hat im Vergleich nur 6 bis 7 Pflanzenarten. Das reiht sich in bisherige Forschungsergebnisse ein, die zeigen, dass die Biodiversität auf Pistenflächen nicht zwangsläufig eingeschränkt werden muss. Wie du im Interview mit Ulrike Pröbstl-Haider selbst nachhören kannst, ist oftmals sogar das Gegenteil der Fall, wie auch auf den Pisten vom Snow Space Salzburg. Die Pistenkartierung im Skigebietsteil Flachau zeigt außerdem, dass die mechanisch verursachten Schäden, die auf den Skibetrieb zurückzuführen sind, gering sind. Kleinflächige Oberboden-Abschurf-Schäden sind in Bezug auf Erosionsansätze unproblematisch. Sie bieten hingegen Pflanzenarten die Möglichkeit, sich hier anzusiedeln.

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Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Pistenkartierung werden vom Beirat: Umwelt, Klima und Biodiversität ausgearbeitet und ein Konzept für ein optimiertes Management entwickelt. Gemeinsam mit unseren Landwirten möchten wir die Biodiversität auf den Pistenflächen in den nächsten Jahren noch weiter verbessern.

Ausweitung der Pistenkartierung auf andere Skigebietsteile

Wir werden in der kommenden Sommersaison die Pistenkartierung auf andere Skigebietsteile ausweiten. Wir werden die Kartierung auch als Anlass nehmen, um unterschiedliche Bewirtschaftungsformen zu testen (Mulchen vs. nicht mulchen, Mähgut abtransportieren vs. Mähgut liegen lassen etc.) und deren Einfluss auf die Biodiversität und Bodenbeschaffenheit untersuchen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können unsere Grundbesitzer und Landwirte ihre Wiesenflächen bestmöglich bewirtschaften.

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Miteinander von Landwirtschaft und Bergbahnen

Unsere Skipisten gehören nicht uns selbst, sie gehören den Grundeigentümern bzw. Land- und Forstwirten. Deswegen ist es wichtig, eng mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nur so ist es möglich, die notwendigen Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Skibetrieb zu schaffen.

Wir haben mit Martina Rohrmoser von der Haibenalm in St. Johann – Alpendorf gesprochen. Das Interview verdeutlicht, wie Landwirtschaft, Gastronomie und der Betrieb der Seilbahnen Hand in Hand gehen.

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KUHbidu Erlebniswelt in Wagrain

Das Miteinander der Seilbahnen einerseits und der Landwirte andererseits kommt besonders im Sommer zum Tragen. Der Sommertourismus findet hier direkt neben oder sogar mitten im landwirtschaftlichen Betrieb statt. Gäste fahren mit der Seilbahn auf den Berg, wo die Landwirte ihre Kühe und Kälber halten und die Wiesen und Felder bewirtschaften. Ein Leuchtturmprojekt, das dieses Naheverhältnis besonders unterstreicht, ist die KUHbidu Erlebniswelt in Wagrain. Auf dem Erlebnispfad am Grafenberg wird den Besuchern die regionale Milch- und Viehwirtschaft einfach und verständlich erklärt und erlebbar gemacht.

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